2 Paradiese aus 7.000 Inseln

Einer der Hauptgründe der uns eigentlich wieder auf die Philippinen führte, war der Wunsch alte Freunde wiederzutreffen: Pascobellos. Eine unglaublich nette Familie, in deren Homestay wir vor 2 Jahren einen Großteil unseres Urlaubs verbracht haben. Mit großem Respekt vor der Natur unter Wasser, haben wir von Mario damals nicht nur das Tauchen gelernt – philippinische Gastfreundschaft, Kulinarisches und eine ganz besondere Lebenseinstellung sind uns so positiv in Erinnerung geblieben, dass wir noch oft an die Familie zurückdachten.

Die kleine Insel auf der sie wohnen, nennen wir seither unser geheimes Paradies. Knapp 1000 Einwohner zählt sie, die meisten davon sind Fischer mit ihren Familien. Obwohl die Überfahrt vom Festland mit einer kleinen Banka nur ca. 40 Minuten dauert, gibt es immer noch relativ wenige Besucher, die auf der Insel bleiben. Viele nutzen sie als Tagestourismusziel oder kommen über Tauchboote der anderen Inseln.

Nach 16 Uhr wird es somit ruhig am schmalen Steinstrand. Wer jetzt am Ufer entlang schnorchelt hat aber die schönste Zeit des Tages: Während die Sonne langsam tiefer sinkt, kommen unzählige Meeresschildkröten zum Abendessen in das flache Wasser. Neben vielen bunten, kleinen und großen Fischen zeigen prächtige Korallengärten und die große Schildkrötenpopulation, dass dieses Gewässer in einem sehr gesunden Zustand ist. Das beschert uns wieder wunderschöne Tauchgänge.

Der Charme der Insel wird aber vor allem auch durch ihre bodenständigen Bewohner gewahrt. Strom gibt es von 18.30 bis 21.30 Uhr und das, obwohl die Insel bereits seit 2003 eigentlich rund um die Uhr Strom haben könnte. Da Strom aber nicht nur Komfort, sondern auch den Lärm mit sich bringt, hat man nach einigen Testwochen damals beschlossen, dass 3 Stunden Strom völlig ausreichend sind: Licht zum Kochen & Essen,  Akkus aufladen, ein bisschen Karaoke zur Abendunterhaltung und dann noch eine allgemein beliebte Fernsehsendung schauen, die um 21.30 Uhr endet. So sind alle glücklich,vor allem die Fischer, deren Tag früh beginnt und deren Nachtruhe so nicht in Gefahr gerät.

Eines Abends erzählt uns Mario von einer Insel in der Nähe, die er von Zeit zu Zeit sehr gerne besucht. Auf dem Weg dorthin gäbe es Delfine und Wale und Tauchen könnte man dort auch sehr gut – unser Interesse ist geweckt und innerhalb kurzer Zeit steht der Trip: Eine Nacht campen, 2 Tauchgänge und hoffentlich unserer erste Begegnung mit Walen & Delfinen.

Mit 2 kleinen Bankas geht es am Nachmittag los. Mit dabei: Mario und seine Frau Mila, Ville und Jenni aus Finnland, Patrick der Divemaster-Azubi und Siraya, sowie 3 Bootsmänner.  Achja, und ein Huhn – unser (noch lebendiges) Abendessen.

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Nach 3,5 Stunden Bootsfahrt angekommen, erleben wir eine große Überraschung: Die halbe Insel scheint uns erwartet zu haben! Wir werden mit großer Freude und viel Rum in Empfang genommen und der Abend nimmt seinen Lauf: Zelte aufbauen, Beachvolleyball spielen, Essen, Gitarrenklänge und immer wieder Tanduay – ein Glas Rum gefolgt von einem Glas Wasser, das uns von 2 Insulanerinnen in regelmäßigen Abständen unter die Nase gehalten wird. Nein-Sagen ist hier nicht erlaubt und so endet die Nacht für einige bereits kurz nach dem Abendessen, während andere es sogar noch in die Dorfdisko (!) schaffen.

Das verkaterte Tauchen am nächsten Tag kostet zunächst Mühe, belohnt uns aber mit dem bis dato unglaublichsten Tauchgang unserer jungen Unterwasserkarriere. Wir sehen so viele neue und spannende Tiere, dass wir gemeinsam die Zeit unter Wasser maximal ausreizen,… und auf der Rückfahrt sehen wir sogar noch einen Wal – aber was uns eigentlich in Erinnerung bleibt, ist die unglaubliche Gastfreundschaft dieses Inselvolkes, das kaum jemand besucht, da es einfach wirklich weit weg von allem liegt. Kein Wunder, dass Besucher aus der Ferne da ein Grund zum Feiern sind.

Einer der Hauptgründe der uns eigentlich wieder auf die Philippinen führte, war der Wunsch alte Freunde wiederzutreffen: Pascobellos. Eine unglaublich…

5 Comments

  1. Elke, das ist auf jedenfall eine Reise wert! Nach ein paar anderen Ecken auf den Philippinen haben wir beschlossen, die letzten Tage wieder genau dort zu verbringen, bevor die Heimreise ansteht 🙂

  2. Traumhaft schön, ich kann gut verstehen, dass ihr euer Sabbatical dort vollenden wollt. Geniesst die paar Tage noch in vollen Zügen, der Alltag hat euch bald wieder… Freut euch auf zuhause, wir leben hier auch wunderschön…

  3. Liebe Angelika, wir geniessen hier noch wenige Tage und freuen uns aber langsam auch sehr auf Daheim. Du hast natürlich recht, daheim ist es auch wunderschön – du glaubst nicht wie oft uns der „Black Forest“ auch auf Reisen begegnet ist: Kuchen, Eis und sogar Cola. Der Schwarzwald wird auch international so oft „benutzt“ da muss also was dran sein… 🙂 Bis ganz bald!

  4. Liebe Linda, lieber Jochen,
    ein spannendes und erlebnisreiches Jahr liegt hinter Euch. Wir wünschen Euch, dass der gewonnene Erfahrungsschatz Eure Zukunft bereichernd begleitet! Wir freuen uns ganz arg auf Euch!
    Johann-Georg und Ulrika (Mama und Papa Linda)

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